• © 2010 Birgit Mollik

 

Kreativität und Inspiration sind dynamische Parameter die nicht oder nur schwer in Worte zu fassen sind. Rückblickend auf die letzten 20 Jahre als audiovisueller Gestalter, Projektentwickler, Produzent und Künstler hat mir diese Auseinandersetzung viele interessante Einblicke und Impulse beschert. Insofern könnte ich mir ein anderes Leben ohne dieses Tätigkeitsfeld gar nicht vorstellen. Als wichtigstes Element erscheint mir die Neugier für Themenbereiche und deren zugrunde liegende Kommunikationsstrukturen. Institutionen, ProjektträgerInnen, Plattformen und Ausstellungsräume als soziale Skulptur - so gesehen gibt es im Grunde keinen Unterschied in der Umsetzung freier oder auftragsbezogener Arbeiten. An dieser Stelle danke ich allen, die mich bis jetzt in den verschiedensten Projektkonstellationen als AuftraggeberInnen, PartnerInnen und FreundInnen in den Bereichen Forschung und Technologie, Architektur, Stadtplanung, Kunst und Gesellschaft begleitet haben. Jedes Projekt war gleichermaßen ein wichtiger Baustein und fruchtbarer Lernprozess.

Ich selbst 1961 geboren, wurde in den 80er Jahren immer wieder gefragt, was ich denn genau mache; der Medienmix im Umsetzen künstlerischer Ideen mittels Klang, Film, Fotografie und zum damaligen Zeitpunkt auch Malerei hat verwirrt, konnte nicht eindeutig zugeordnet werden. Die Strukturen waren auf interdisziplinäre Projekte noch nicht eingestellt. Diesbezüglich ist mir die Zeit entgegen gekommen. Die Demokratisierung der Produktionszugänge, die Digitalisierung und letztendlich die Vernetzung vereinfachten vielfach den Workflow. Was jedoch aus den ursprünglichen Zeiten bleibt, ist die Haltung im Fokussieren auf die Erzählung, die Dramaturgie und deren Vermittlung.

Als thematische Parameter hat es einerseits die Auseinandersetzung mit Raum und andererseits Befassung mit Gesellschaft im Sinne von Sichtbarmachen soziokultureler Themen gegeben. Zur Zeit liegt der Schwerpunkt im Umsetzen von Projekten im Kontext von Urbanität und Zeit, der Auseinandersetzung mit städtischen Räumen und deren Gedankenspeichern. Die internationalen Projekte bieten mir Wahrnehmungslandschaften die im Sinne einer Art Based Research abgetastet werden und in poetische künstlerische Arbeiten münden.

Es gibt nur eine Lösung, wenn das Alter nicht eine absurde Parodie unseres früheren Lebens sein soll, und die besteht darin, dass wir weiterhin Ziele verfolgen, die unserem Dasein einen Sinn geben - Hingabe an Personen, an Gruppen oder an Sachen, sozial, politisch, intellektuell, oder an kreative Arbeit.
Simone de Beauvoir